Zukunftsorientierte berufliche Weiterbildung in Composite-Berufen

Die Composite-Werkstoffe sind im Vergleich zu Metall, Holz, Kunststoff, Glas, Keramik usw. neuartige (Verbund)-Werkstoffe mit einer sehr hohen Entwicklungsdynamik, die in Hinblick auf Werkstofftechnik und Fertigungstechnik noch nicht den Stellenwert in der Wissensaneignung und -vermittlung erreicht haben, die ihnen entsprechend der Wachstumspotenziale eigentlich zustehen müsste.

Während für die traditionellen Werkstoffe entsprechendes Wissen in Form von Lehrbüchern, Tabellenbüchern, Monografien etc. vorliegt, das für Facharbeiter/innen i.d.R. für das Verständnis der Fertigungsaufgaben vollkommen ausreichend ist, stecken analoge Ausarbeitungen für die Composite-Fertigung und deren Werkstoffe (z.B. CFK – kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe für den Automobilbau) noch in den Kinderschuhen.

Composite-spezifische Berufsbilder in der Berufsausbildung, die für die Fertigungsleistungen von Facharbeitern in der Composite-Branche angemessen sind, existieren in Deutschland nicht. Die Unternehmen behelfen sich u.a., in dem sie formal nicht qualifizierte Beschäftigte mit einem handwerklichen Hintergrund als Quereinsteiger einstellen und diese in Composite-Technologien qualifizieren, ggf. auch learning by doing. Oder sie erhalten im Idealfall vom Arbeitsmarkt bereits in Composite-Technologien qualifizierte Quereinsteiger (beispielsweise von Bildungseinrichtungen bzw. von einem anderen Arbeitgeber).

Dieses Defizit in der Berufsausbildung erschwert den Unternehmen, die Verbundwerkstoffe herstellen bzw. verarbeiten, die anforderungsgerechte Besetzung von Stellen.

Ziel

Das Ziel des Projekts ComWeiter ist die Entwicklung und Erprobung von passfähigen und mit der beruflichen Tätigkeit vereinbaren Weiterbildungsmodulen, welche vorhandene berufliche Kompetenzen, informelle Expertisen, Qualifikationen und Zertifikate einschließen, sich an täglichen Arbeitsprozessen orientieren sowie eine vertikale und horizontale Durchlässigkeit ermöglichen. Die Zielgruppen sind dabei nicht formal qualifizierte Mitarbeiter, insbesondere Frauen und ältere Erwerbstätige, die u.a. eine artfremde Berufsausbildung vorweisen können.
Die Ergebnisverwertung lässt sich unter wissen- und wirtschaftlicher Perspektive betrachten. Die wissenschaftliche Ergebnisverwertung kennzeichnet die Publikation der Forschungsergebnisse auf (inter-)nationalen Konferenzen und in (inter-)nationalen Journalen, die Ableitung von Bachelor-, Master-, Dissertations- und Habilitationsarbeiten sowie die Generierung neuer Lehraktivitäten. Die wirtschaftliche Verwertung umfasst die Nutzung der Forschungsergebnisse für die Entwicklung neuer Weiterbildungsangebote, da die didaktisch-methodische Konzeptionen auf weitere inhaltliche Anwendungsfelder übertragen werden können.

Vorgehen

Innerhalb der Projektlaufzeit werden gemeinsam mit den Erprobung- und Sozialpartnern innovative Weiterbildungsangebote zu Composite-spezifischen Themenfeldern entwickelt und erprobt. Die wissenschaftliche Herausforderung ist es einerseits, die Weiterbildung „Faserverbundwerkstoffe / intelligente Kunststoffe“ didaktisch-methodisch so auszugestalten, dass die heterogene Zielgruppe trotzt ihres unterschiedlichen Erfahrungs- und Kenntnisstandes bezüglich „Faserverbundwerkstoffe / intelligente Kunststoffe“ (inkl. Elektronik) erfolgreich absolvieren kann. Andererseits müssen die Inhalte auf die neue Zielgruppe „nicht formal Qualifizierte“ adaptiert werden. Gleiches gilt für die besonderen Anforderungen bei der Ausgestaltung eines Lehr-Lern-Arrangements. 

Projektlaufzeit

01/16 - 07/18

Projektpartner sind die Otto-von-Guericke Universität Magdeburg und die Hochschule Magdeburg-Stendal.
Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

Kooperationen und Partner

Partner

Institut für Mikro- und Sensorsysteme
HS Magdeburg-Stendal

Förderung

BMBF
BIBB